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Freiämter Strohindustrie
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand vorab im Raum Wohlen nach und nach eine Industrie, die Strohbänder mit verschiedenen Webtechniken und später auch mit manuellem Flechten herstellte. Daraus nähte man Strohhüte. Mit der Zeit verzierte man diese Kopfbedeckungen je nach Verwendungszweck auch mit Garnituren aus Stroh. Diese oder auch nur deren Bestandteile fertigten meist Familien in Heimarbeit, die sich damit einen Zustupf zum Landwirtschaftsbetrieb verdienten. Die Fabrikationsvorgänge und die dazu verwendeten, oft selbst hergestellten, meist sehr einfachen Geräte blieben über Generationen aus naheliegenden Gründen bestgehütete Geheimnisse.
Anfangs des 20. Jahrhunderts waren die modischen Kopfbedeckungen aus dem Freiamt weltbekannt. Fabriken entstanden, selbst erfundene Maschinen erlaubten die Herstellung grösserer Mengen der allseits begehrten Produkte, hauptsächlich für den Export. Nebst Stroh verarbeitete man jetzt auch Rosshaar und später gar Kunststoffe.
Mit dem langsamen Verschwinden der Hutmode erfuhr die Strohindustrie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts leider ihren unaufhaltsamen Niedergang

       
  bordüren

Bordüren
Die aargauischen Fabrikate sind sind zum grössten Teil Mode-Artikel. Zu deren Herstellung werden neben Stroh eine grosse Zahl von verschiedenen Rohstoffen verwendet.
Je nachdem gerade der eine oder andere Artikel durch die Mode wieder den Vorzug erhalten, oder durch orginelle Verwendung wieder zur Mode gemacht wurde.
Von Wohlen und Umgebung aus wird die Mode für die Fantasiegeflechte und Gewebe der Damen- und Kinderhutfabrikation gemacht.
Darum bringt jede Saison Neues und der eine Fabrikant sucht den anderen in der Herstellung von neuen geschmackvollen Mustern zu überbieten.
Strohzeiten, Seite 48


hut

Hüte
Nach dem Zweiten Weltkrieg ging man unter anderem wieder zurück zu den Anfängen: Eine fantasievolle Variante des Röhrlihuts für die Dame
Strohzeiten, Seite 67